Trauma
Aus Dissoziation
Ein traumatisches Ereignis ist in erster Linie eine Überforderung. Situationen, in denen weder Kampf noch Flucht möglich sind, und zudem Möglichkeiten, sich Hilfe zu holen, verwehrt sind, stellen eine solche Überforderung dar. In engen Definitionen wird auch das Kriterium angegeben, dass das Leben oder die Gesundheit in der traumatischen Situation bedroht waren.
Ob ein Ereignis sehr belastend oder traumatisch (nicht verarbeitbar) ist, hängt von einigen Faktoren ab:
- Merkmale der traumatischen Situation: Schwere und Dauer, Ausmaß des erlebten Kontrollverlustes.
- Fähigkeiten des Individuums: Alter und Entwicklungsstand, vorher entwickelte Bewältigungskompetenzen.
- Umweltreaktionen: Bewertung der Erfahrung durch die soziale Umwelt, Ausmaß von Schutz, Verständnis, Unterstützung durch Bezugspersonen, die soziale Gemeinschaft, professionelle Hilfe.
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Traumagedächtnis
Das Gehirn funktioniert während eines Traumas anders, als wir es gewohnt sind. Das Ereignis ist nicht zu verarbeiten und wird nicht im expliziten Gedächtnis verarbeitet, sondern im impliziten Gedächtnis, das viel schneller und reflexhafter arbeitet. Das normale Altagsgedächtnis ist weitestgehend abgeschaltet, so dass eine Interpretation und normale Verarbeitung des Geschehenen nicht erfolgen kann. Das ist mit ein Grund, warum Erinnerungen und Flashbacks an das traumatische Ereignis uninterpretiert und nicht verstehbar erscheinen.
Siehe auch: Traumagedächtnis
[bearbeiten] Aufdrängedens Wiedererleben
- Intrusionen:
Erinnerungen oder Erinnerungsfragmente (Gefühle, Gedanken, Bilder, ...) drängen sich wiederkehrend und ungewollt immer wieder auf. - Flashback:
Betroffene fühlen und handeln, als ob sie das traumatische Ereignis erneut durchleben. - Trigger, getriggert sein:
Intrusionen und Flashbacks können durch einen Trigger (Auslöser) ausgelöst sein. Es kann auch geschehen, dass Betroffene "getriggert sind" und es zu Übertragungen kommt. Alte Wahrnehmungs- und Verhaltensmusster werden dann ins Jetzt übertragen, ohne dass den Betroffenen bewusst ist, dass ihre Verhaltensweisen nichts mit der gegenwärtigen Situation zu tun haben.
Die Begriffe "Intrusion" und "Flashback" betonen die Auswirkung, eben das gegenwärtige intrusive Erleben (generell bzw. eine spezifische Art davon). Dagegen betont die Bezeichnung "Trigger" eher, dass ein Auslöser dahinter steckt, sowie den Mechanismus der Verbindung von einem Auslöser zu dem, was dadurch ausgelöst, also damit assoziiert wird.
Siehe auch: Posttraumatische Belastungsstörung
[bearbeiten] Mögliche Folgen
- seelisch:
Z.B. chronisches Gefühl von Bedrohtsein, Verlust des Selbstvertrauen, starke Gefühlsschwankungen - geistig:
Z.B. Konzentrationsstörungen, Intrusionen, Flashbacks - körperlich:
Z.B. zerstörtes Körperbild, intime Nähe zu anderen wird als bedrohlich erlebt - einige Arten von Traumata können auch direkt körperliche Wunden und Narben hinterlassen! - hormonell/neuroanatomisch:
Z.B. Veränderungen im Bereich von Hormonen und Neurotransmittern - Beziehungen/Verhalten:
Z.B. Unfähigkeit, anderen Menschen wieder vertrauen zu können
[bearbeiten] Traumatherapie
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[bearbeiten] Weiterführende Links
- Was passiert bei einem Trauma?
- Das Trauma wird in Einzelteile zerlegt. Am Stück ist es nicht auszuhalten!
- Symptome
- Prof.Dr.med.Ulrich Sachsse: Trauma, Trauma-Coping und Posttraumatische Belastungsstörung
- Bewältigung - Risiko- und Schutzfaktoren
- Die Folgen traumatischer Kindheitserfahrungen für die weitere Hirnentwicklung
